60 Millionen Pfadfinder: Die Welt hinter WOSM
Shownotes
In Folge 8 von „Knoten im Ohr“ werfen wir einen Blick über den Tellerrand des deutschen Pfadfindens. Gemeinsam mit Chrissy Pollithy, Mitglied des WOSM-Weltkomitees, sprechen wir über die weltweite Pfadfinderbewegung, internationale Zusammenarbeit und spannende Möglichkeiten, sich selbst auf globaler Ebene zu engagieren. Außerdem geht es um aktuelle Entwicklungen und darum, warum internationales Pfadfinden weit mehr ist als nur ein Abzeichen auf der Kluft.
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Max: Die Sommerferien stehen an und für viele von euch geht es jetzt bald hoffentlich ins wohlverdiente Sommerlager. Das bedeutet für viele von uns, sich auf den Weg zu machen, in andere Länder, neue Kulturen kennenzulernen und neue Menschen zu entdecken. Bei unserer achten Folge von Knoten im Ohr laden wir dich ein, heute auch ein bisschen auf die Internationalität unserer Pfadfinderinnenbewegung zu gucken und über den Tellerrand hinauszuschauen und dich davon überraschen zu lassen, was alles in der internationalen Ebene auf dich wartet. Dazu haben wir heute eine wunderbare Gästin hier mit in unserem Podcastraum. Und wer wir sind, da sagen wir ganz kurz was zu. Ich bin der Max Bundeskurat und Mitni hier ist der
Sebi: Sebi, Bundesvorsitzender. Wir kennen uns schon. Vielleicht jetzt für diesen Podcast, vielleicht aber gerne nochmal die Info. Ich bin auch zuständig für den Bereich Internationales hier im Bundesverband, unterstütze auch hier unsere International Commissionerin, die Franca, und war selber auch schon auf dem heiß diskutierten Jamboree in Südkorea. Viele, die dir zuhören, waren vielleicht auch schon da und wissen, worauf ich mich Ziel ist, sag mal, es war heiß, wenig schattig und es gab so die ein oder anderen Problemchen.
Max: Und wir haben eine Expertin da, die das alles wie ihre Westentasche kennt, die auf der internationalen Bühne überall unterwegs ist. Herzlich willkommen Chrissy, schön, dass du da bist.
Chrissy: Vielen Dank für die Einladung. Freut mich sehr, hier zu sein.
Max: Wer bist du denn eigentlich?
Chrissy: Das ist jetzt eine philosophische Frage. Ich beantworte sie in aller Kürze. Ich bin Chrissi mit bürgerlichem Namen Christine Politi, 34 und ehrenamtlich seit über 20 Jahren bei den Fadis aktiv. Also wer jetzt rechnen kann, versteht dann, mit 14 habe ich meine erste Wölflingsgruppe übernommen.
Max: Ja, natürlich.
Chrissy: ganz ursprünglich aus dem BDP, Stand bei Rakuda in der Nähe von München. Und nach meinem ersten Jamboree habe ich dann ganz schnell den Geschmack fürs internationale Pfadfinden bekommen. Und habe mich dann engagiert auf verschiedenen Ebenen, vom Landesverband bis über den Bund, im Ring, bis dann irgendwann das Angebot kam, dass auf Weltebene auch so was wie Vorstände gesucht werden, internationales Pfadfinden ehrenamtlich voranzubringen. Und diese Ehre, dieses Privileg habe ich seit 2021 für Deutschland und für die Welt internationales Plattformen mitgestalten zu dürfen.
Max: Wow, das klingt echt spannend. Bevor wir so richtig einsteigen, magst uns schon mal verraten, gab es irgendein besonderes Highlight auf der internationalen Ebene in den letzten Jahren, an das du besonders gerne zurückdenkst?
Sebi: Amiga.
Chrissy: Ich glaube, eins, das wäre fast gar nicht möglich rauszufinden, aber jede einzelne Begegnung mit Pfadfinden vor Ort. Also es ist ja ein irres Privileg, die Möglichkeit zu haben, der Welt verschiedene Arten Pfadfinden zu leben, kennenzulernen. von Pfadfinden in Saudi-Arabien, wo jedes Jahr die Pilgerfahrt, der Hunch mit begleitet wird, über Pfadfinderischen Grundwerten, bis hin zu unserer Einführungsveranstaltung als Vorstand in Indonesien. wo wir kennengelernt haben, wie Pfadfinden in Schulen eigentlich als Teil des Curriculums aussieht. Und jede dieser Begegnungen hat mich einfach ganz demütig und bescheiden gemacht, was das Pfadfinden für Möglichkeiten in der Welt für die Entfaltung junger Menschen bietet, wie unterschiedlich das gelebt wird und was für eine tolle Möglichkeit das ist, ganz kleinen Teil davon sehen zu dürfen.
Max: Ich bin jetzt auf jeden Fall schon Feuer und Flamme, noch viel, mehr von dir zu hören. Apropos Feuer und Flamme, damit starten wir nämlich in unsere allererste Rubrik, dich noch ein bisschen besser kennenzulernen, nämlich mit dem Fragenfeuer.
Sebi: können wir die Rubrik jetzt in diesem heißen Sommer umbenennen? ist hier draußen schon viel zu heiß. Ich möchte gerne jetzt das Eis, den
Chrissy: Hahaha!
Sebi: der Fragenblizzard.
Max: Okay, kein Problem. Wir machen uns kühlere Gedanken am Fragen, Blizzard. Und wir starten. Chrissi, wenn du wählen müsstest, Urlaub auf Balkonien oder bei einer Weltreise?
Chrissy: Weltreise muss ich natürlich jetzt sagen.
Max: Nudeln mit Pesto oder dann doch das große Buffet.
Chrissy: Das große Buffet gerne mit Kartoffelgerichten.
Max: Das Ding gut. Sommerlager mit dem eigenen Stamm oder mit anderem zusammen?
Chrissy: Hahaha.
Sebi: Das klingt sehr gut.
Chrissy: Uhe Sommerlager mit dem eigenen Stamm. Das ist schon was ganz Besonderes.
Max: Jetzt wird's spannend. Singe Runde am Lagerfeuer oder doch lieber die Nachtwanderung?
Chrissy: Dinge runter am Lagerfeuer, immer.
Max: Mit einem Lieblingslied oder ist völlig wurscht?
Chrissy: ganz viel, mein Verbandshintergrund verrät das vielleicht, aber ganz viel bündische Musik, so die Lappen hoch oder Roter Wein im Becher, das kann ich sogar mit drei, vier Akkorden auf der Gitarre begleiten.
Max: Dann schauen wir doch mal, ob es nachher noch was Musikalisches gibt. jetzt die letzte Runde im Fragenblizzard. Weltkonferenz oder Stammesversammlung? Wo schlägt dein Herz mehr?
Sebi: Hahaha
Chrissy: für die Weltkonferenz, aber der Chai ist auf der Stammelsversammlung immer besser.
Max: Das spricht für die Danke dir auf jeden Fall für diese erste Runde. Wir alle haben auf unseren Kluften ein Abzeichen, das uns als PfadfinderInnen verbindet. Das ist Violett und manche von euch fragen sich vielleicht, was bedeutet das eigentlich, warum tragen wir das? Chrissi, hast du Bock, uns ein bisschen was über die Organisation, Verband zu erzählen, der dahinter steht? Was ist das eigentlich und wofür steht dieses Logo, wofür steht der Weltverband?
Chrissy: Ich fange vielleicht noch mal einen kleinen Schritt vorher an. Was ist Pfadfinden weltweit eigentlich? Weil wenn wir anfangen zu den Partys zu kommen, dann nehmen wir Pfadfinden immer im Kontext unserer eigenen Stammeserfahrung wahr. Wir kommen da irgendwann mal hin, da sind da ganz nette Leute und deswegen bleiben wir und die Wochenenden sind auch toll. Lagerfeuerstoch hat man auch gerne drin rum und das ist so für eine ganze Weile, was wir als Pfadfinden wahrnehmen und das ist total richtig und total gut. Wenn man von oben drauf guckt, ist Pfadfinden aber noch viel mehr. Das ist die größte Jugendbildungsbewegung der Welt. Wir haben über 60 Millionen Mitglieder. Das sind deutlich mehr als manche Länder Einwohner haben. Und was uns über die Welt hinaus, egal wie Pfadfinden gelebt wird, vereint ist, dass wir Kindern und Jugendlichen durch wertebasierte Programme innerhalb und außerhalb der Schule den Raum und das Handwerkszeug geben. um weltoffene, erfüllte Bürgerinnen und Bürger zu werden, die ihr Umfeld und die Welt positiv mitgestalten und nicht sagen, das ist mir eher alles egal, was passiert. Und diese 60 Millionen Fadis in 176 Ländern, die arbeiten zusammen, die tauschen sich aus und die haben beschlossen vor vielen, vielen Jahren, dass sie einen Weltverband gründen möchten. Und das, jetzt komme ich auf das Abzeichen, das ist die World Organization of the Scout Movement. In dieser Weltorganisation geht es darum, die Interessen junger Menschen, unserer Mitglieder und darüber hinaus zum einen jugendpolitisch zu vertreten und zu sagen, wir sind auch ein Teil von dem, was die Stimme von Kindern und jungen Menschen ausmachen kann gegenüber unseren Partnerinnen und Partnern und auf der anderen Seite dafür zu sorgen, dass möglichst viele junge Menschen in allen Ländern dieser Welt von dem Angebot Pfad finden, profitieren können. Das vielleicht in dem ersten Abriss.
Max: Klingt aber auch nur halt ziemlich krass in der Aufgabe.
Chrissy: für die Weltbewegung an sich auf jeden Fall. In allen Varianten braucht man Menschen, die sich die Steuerung von so was kümmern. Also wo soll denn diese Bewegung hin, was hat die vor und ähnliches. Und dafür braucht es Ehrenamtliche, die sich engagieren. Das ist auf jeden Fall eine spannende Aufgabe, das ist auch die meine. Aber Pfadfinden lebt von denen, die das jede Woche beim Heimabend tun. Das ist noch die die die Pfadfinden möglich macht.
Sebi: Wenn ich da so ein bisschen, ich würde da total gerne einhaken zu dem, was du davor gesagt hast, zu diesem Thema die größte Weltbildungsbewegung, Jugendorganisation zu
Max: Der Sebi zeigt schon die ganze Zeit auf, bevor er anfängt zu schnipsen.
Chrissy: Hahaha!
Sebi: habe manchmal das Gefühl, wir vergessen das hier in Deutschland. wenn wir uns mit einer keine Ahnung, mit anderen katholischen, jetzt für die DPSG gesprochen, aber auch sicher die anderen Fadi-Verbände hier in Deutschland, wenn wir uns vergleichen mit anderen Jugendverbänden wie KJG, KLJB oder auch anderen, dann habe ich immer das Gefühl, dass wir irgendwie so schnell irgendwie auf pädagogische Systeme oder so gucken. Und ich glaube, wir vergessen immer total, dass so ein krasses Alleinstellungsmerkmal ist. Ja, andere haben auch Weltorganisationen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass andere so sehr zum Ziel eigentlich haben, dass man, egal wo man hingeht auf dieser Welt, durch das Halttuch miteinander verbunden ist und sofort weiß, da sind Pfadfinder, die kann ich ansprechen, da bin ich aufgehoben, da kann sich jemand mich kümmern, wenn ich irgendwie gerade nicht weiß, wo ich Unterkunft finde, weil ich irgendwie gedacht habe, es ist eine coole Idee, ein fremdes Land zu gehen und ich gucke mal, wo ich von Tag zu Tag unterkomme. Und als Pfadi geht das halt so. Und ich glaube, in anderen Jugendverbänden und Jugendorganisationen ist es deutlich schwieriger, einfach dieser Spirit, glaube ich, so nicht so deutlich zu erkennen ist und es auch nicht dieses Commitment gibt von, wir sind zwar, glaube ich, in ganz vielen Teilen, das wird bestimmt heute auch nochmal deutlich, ganz vielen Teilen vielleicht auch extrem unterschiedlich, so in unserer Werte und politischen Haltung vielleicht. Und trotzdem gibt es aber diesen gemeinsamen Nenner. Wir sind Pfadfinder und wir engagieren uns erst mal alle gemeinsam für eine richtig gute Sache. Und allein das reicht aus, dass ich bereit bin, dir sofort mein ganzes Wohnzimmer zur Verfügung zu stellen für mehrere Nächte und du kannst da übernachten und ich verpflege dich auch gerne. Das finde ich irgendwie super krass und super stark und kommt mir manchmal von uns Pfadis hier in Deutschland auch ein bisschen zu kurz.
Max: Weil ich da tatsächlich selber noch gut in Erinnerung habe, als ich Rova war, da durfte ich über Silvester bei einer internationalen Begegnung in Dänemark teilnehmen und war da mit dänischem Pfadvonner in, schwedischen, niederländischen, amerikanischen Leuten zusammen. Und das war tatsächlich erst mal ein totaler Kulturschock für mich als 15-Jähriger, diese unterschiedlichen Traditionen da nochmal zu sehen und zu erleben. Aber gleichzeitig war es ein totaler Opener, zu ver- verstehen, was das für eine große und großartige Idee ist, die in der Fahrfinderei halt steckt, die so viele Menschen rund den Globus und das seit so langer Zeit verbindet.
Chrissy: Absolut. Ich finde, sind zwei sehr schöne Gedanken, die auf das Gleiche so bisschen anspielen. Die Frage, gehört eigentlich, wo kommt eigentlich Zugehörigkeit her, dieses Zugehörigkeitsgefühl? Und ich glaube, was wir als Bewegung jetzt über 120 Jahre echt gut gemacht, fast 120 Jahre, echt gut gemacht haben, ist, dass wir dieses gemeinsame Werteset und diesen Erfahrungshintergrund, den man als Pfadi hat, egal wie unterschiedlich die sonstigen Lebensrealitäten sind, dass wir den auch zeigen können. Und das Halstuch ist wirklich ein wertvoller Marker dafür. Welche andere Bewegungen kennt man sonst, wo das, was die Leute zusammenhält und was sie gemeinsam tragen, dass das so offensichtlich ist. Das ist keine Mitgliedskarte oder kein Stempel, den man erst irgendwie raussuchen muss, sondern das ist so sichtbar und das hilft, so eine Identität zu bewegen, die ansonsten echt schwer zu finden ist. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein T-Shirt, das jemand auf meinem ersten großen internationalen Zeltlager getragen hat. Und da stand drauf, I have friends all over the world, I just don't know them yet. Und das fasst für mich einfach total gut zusammen, was es bedeutet, Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Welt zu sein.
Max: Aber sag mal, wie ist denn das? Wenn wir so auf die große politische Bühne gucken, sehen wir ja, dass es eher relativ schwierig zu sein scheint, sich auf so einer Weltebene auf gemeinsame Werte und Ideen zu committen. Wie nimmst du das denn bei Wossen wahr? Ist das da auch ein Hauen und Stechen oder ist da eine andere Kultur, irgendwie vorherrscht? wie funktioniert da die Verständigung miteinander?
Chrissy: Ich glaube, ich fange mit dem an, was wir gemeinsam haben, mit dem, was in der Welt heute so an Bühnen gezeigt wird. Es gibt eine Unterschiedlichkeit der Lebensrealitäten, wo Menschen herkommen, wie sie geprägt sind, wie sie aufwachsen, was ihnen wichtig ist. Und das sind Dinge, die, wenn sie auf einer gemeinsamen Bühne zusammenkommen, die immer irgendwo eine gewisse Reibung erzeugen. Was anders ist bei den Fadis, und das ist zumindest jetzt meine Erfahrung, durch unser gemeinsames Werteset gehen wir anders mit einer Unterschiedlichkeit Wir versuchen aktiv, Brücken zu bauen und wir versuchen aktiv zu ringen guten Konsens. Das ist ja auch Teil einer Demokratie, dass es Reibung gibt und die darf es auch geben und die muss es auch geben, nach vorne zu kommen, gute Ideen zu entwickeln. Und nicht jede Auseinandersetzung oder jeder Streit ist gleich das Ende der Welt. Das finde ich auch einen wichtigen Punkt. dass nicht nur Einigkeit in allen Themen eigentlich der gewünschte Status ist. Und mein Verständnis von dem, wir arbeiten, ist, dass wir geprägt sind von einer gemeinsamen Idee, dass wir Pfad finden, für mehr junge Leute gut machen wollen und wie wir dahin kommen. Darüber dürfen wir uns gerne wirklich leidenschaftlich austauschen und streiten, was uns wichtig ist und wie. Aber so beim Ziel müssen wir beieinander sein. Und das sind wir, glaube ich, im Pfad finden manchmal auch leichter als in der großen Politik, wo noch viele andere Thematiken reinspielen, auf die man oft wenig Einfluss hat.
Max: Klingt für mich bisschen, Sebi, weiß nicht ob du den Eindruck teilst, ein bisschen wie auf einer Bundesversammlung.
Sebi: Ich würde sogar so weit gehen, dass es auf Welt- oder auch schon Europaebene nochmal noch professioneller wird. Also ich muss schon auch sagen, dass auf meiner ersten Europakonferenz ich selber total überrascht war, wie professionell das abläuft. Das bringt auch sicher weder das eine oder andere an Irritation. zum Beispiel bei mir, weil ich das so gewohnt bin. Ich melde mich einfach zu Wort, wenn ich irgendwie was zu sagen habe. ich habe so irgendwie, dass ich gut vorbereitet sein muss auf meinen Wortbeitrag. Aber wenn ich mich firm in einem Thema finde, kann ich auch recht spontan einfach das von mir geben, was ich von mir zu geben habe. Und schon auf Europakonferenz ist das nochmal ganz anders. Das ist schon wirklich deutlich Vergleichbarer mit dem, was wir in einem Bundestag zum Beispiel erleben. Die Delegierten auf einer Konferenz sitzen eigentlich eher in so einer Art von Ausschüssen, Diskussionsrunden zwischen den Pausen. Und da ist eher das, was ich gerade beschrieben habe, was ich von der Bundesversammlung kenne. Und wenn dann aber Plenum ist, dann muss man vorher schon seinen Wortbeitrag angemeldet haben. Und das ist dann schon eher wie so ein Vortrag. Also man bereitet den auch zusammen in seiner Delegation, diesem Wortbeitrag. ausführlich vor, überlegt sich genau, wie sagt man es, man hat nur so so viel Zeit, was müssen wir alles reinbringen? Und dann ist halt diese eine Person der Delegation, die diesen einen Wortbeitrag reinbringt und dann hofft man, dass man damit ganz viele andere überzeugt oder hat Pech, dass es nicht so viele überzeugt und dann ist gar nicht so die Möglichkeit, da jetzt noch superschnell was Neues reinzubringen oder irgendwie so, sondern man muss einfach ein bisschen das Ganze viel größer vorbereiten. Das fand ich schon mal super spannend. deckt aber eben, wie ich gerade sagte, mal, glaube ich, viel eher die Realität von Länder- auch Weltpolitik ab, so wie es halt ist. Und am Ende müssen wir ja auch anerkennen, wir wollen eine Werkstätte der Demokratie sein. Und das ist glaube ich, auch gar nicht so schlecht, wenn wir ein bisschen auch versuchen, das, was wir staatlich erleben, auch ein bisschen auf uns zu übertragen, zu gucken, wie schaffen wir denn, damit zu arbeiten.
Chrissy: Ich finde es ganz bemerkenswert, wie sehr man plötzlich wahr wird, welche verbandliche Realität einen geprägt hat. ganz oft, wenn man bundesilligierter ist, bekommt man ja schon von Leuten aus dem Stamm zu hören, Mensch, du bist ja Gremien-Fadi geworden.
Max: Du denn
Chrissy: weil da gibt es ja noch mal viel mehr Struktur und dann gibt es hier noch eine Satzung und dann eine Ordnung und die müssen auch alle kennen. Und das kann man im Prinzip genauso weiter denken, dass mit Europa und der Weltebene gibt es immer diese weitere gefühlte Entfernung, auch wenn die inhaltlich vielleicht gar nicht so groß ist. Was mich ein Stück weit versöhnt hat mit manchen Regeln, die vielleicht auch nicht ganz intuitiv waren für mich, kommend aus einer deutschen Verbandsrealität ist. Die Frage, wie bekommt man eigentlich möglichst viele Leute in diese Unterhaltung, wo hingehen soll, für eine Entscheidung. Und da müssen wir uns auch immer gewahr sein, dass es einen kulturellen Kontext gibt. Ich würde jetzt einfach mal mich hinstellen und sagen, in Deutschland reden wir sehr gerne, sehr offen und auch in den meisten Fällen sehr hierarchiefrei. Da gibt es eher eine gewisse Skepsis gegenüber Leuten, die sich für Bundesämter zur Verfügung stellen und sagen, das kommt mir aber bisschen komisch vor, machst du das für den Ruhm? entsteht man und denkt sich, nee, das ist kein Ruhm, das ist hauptsächlich Arbeit. Aber da sind wir sehr hierarchiefrei unterwegs. Und das ist aber nicht in allen Ländern so. Und sicherzustellen, damit das wirklich alle Leute, die auf so einer Konferenz zum Beispiel delegiert sind, sich auch einbringen können, brauchst du zum Beispiel kleinere Formate, brauchst du die Möglichkeit dich vorzubereiten, brauchst du Quotierungen. Und das ist ein bisschen gegen intuitiv und auf der anderen Seite vielleicht sogar genau der Gedanke, den man haben sollte, da eine gewisse Vergleichbarkeit reinzubringen. Und ein zweiter Gedanke, den ich noch teilen möchte, wir bringen ganz viel Fokus auf Einzelveranstaltungen, auf die Konferenz, die alle drei Jahre stattfindet und dann noch die Konferenz, wo man dann was macht. Viel interessanter finde ich eigentlich, wie man es schaffen kann, über den Zeitraum von drei Jahren immer wieder das Gefühl zu haben, dass man sich einbringen kann. Also wer alle Karten darauf setzt, auf einer Bundesversammlung oder auf einer Weltkonferenz in einem Wortbeitrag jemanden überzeugen zu können, der hat, glaube ich, im Vorhinein nicht gut genug gearbeitet.
Max: Aber wenn ihr das so erzählt, also ich muss sagen, das hört sich schon so an für mich. Ich hätte richtig, richtig, richtig viel Schiss da was zu sagen. Wahrscheinlich ist es dann ja auch auf Englisch und so weiter. Christi, weißt du noch, dein erster Wortbeitrag auf so einer Weltkonferenz, was hast du da gesagt und wie ging es dir dabei?
Sebi: Und
Chrissy: Ich erinnere mich an meinen ersten Beitrag auf eine Europakonferenz. Der war noch davor. Und ich glaube, es war irgendwas kritisch. ja, es war eine Frage an den damaligen Generalsekretär, warum er anstatt einer jungen Person unsere Vertretung auf einem bestimmten Forum bei den Vereinten Nationen gemacht hat. Und es war mir nicht klar, warum das in dem Fall ein über 60-jähriger US-Amerikaner sein sollte. wenn es darum geht, die Meinungen junger Menschen zu vertreten. Und da hab ich schon, glaub ich, ordentlich vom Leder gezogen. Im Nachgang ... bin ich von meiner eigenen Courage ein bisschen ... überrascht, aber hab ich Respekt vor dieser Courage. Ich würde diese Situation, glaub ich, heute noch nuancierter betrachten. Aber es war ... ich war wahnsinnig nervös. So was dann auf Englisch zu machen, das war schon ... Also, danach hab ich mich, glaub ich, kurz hingesetzt und was getrunken.
Max: kann ich mir gut vorstellen. Semi, weißt du noch, wie es bei dir auf der Europakonferenz war?
Sebi: Also als Verbandsvorstand hat man schon nochmal eine andere Rolle. Also wir haben ja die Young Delegates, wir suchen ja für den RDP in unseren Mitgliedsverbänden, also die PSG, PSG, VCP, BDP und BMPPD. Wenn man einen nennt, muss man wir eben Menschen, maximal, jetzt korrigiere ich mich, bis 27 ist glaube ich das Kriterium. Oder wir machen das in Deutschland, sagen wir maximal 27 und Vossum sagt, Delegates dürfen maximal 30 sein. Ich glaube irgendwie sowas ist es. Also das ist auch nochmal eine spannende Frage, wie Vossum Jugend definiert. Das ist bei denen auch nochmal ein bisschen anders als bei uns. Die sollen vor allem die Möglichkeit haben, zumindest für uns als RDP, zu sprechen und vor allem in dem Plenum stattzufinden. Das heißt, auch die ICs, aber auch wir Verbandsvorstände, die die Delegation begleiten, wir verstehen uns vor allem in einer beratenden Rolle und sind dann eben in Zwischengesprächen oder diesen, wie ich es gerade eben genannt habe, den Ausschüssen, die sich aber eher so frei bilden. Also es gibt keinen speziellen Ausschuss, aber Es gibt Runden, die sich interessantsmäßig treffen und zu bestimmten Themen diskutieren. Da habe ich stattgefunden, da habe ich mich zu Wort gemeldet. Ich aber auch sehr dankbar, dass die Young Delegates diejenigen waren, die auf Englisch im Großen Plenum sprechen mussten. So wie ich das beschrieben habe, würde mich das hart unter Druck setzen. Das wäre überhaupt nicht meins, weil ich das gewohnt bin als Verbandsvorstand, meinen Senf dazu zu geben, wenn ich Senf dazu zu geben habe. Und auch bisschen aus aller Mengen auch. zu sprechen, ich finde. Ich sehe da schon auch viele Vorteile, weil es vielleicht manchmal auch ein bisschen eine ehrlichere Emotion ist, bei einem sehr weit vorgefertigten Wortbeitrag. Überlegt man halt wirklich, wen trete ich damit sonst vielleicht sehr auf die Füße. Ich äußere es nochmal diplomatisch und mir gefällt es schon manchmal auch, zumindest aus meiner eigenen Verbandskultur heraus, auch mal durchaus mal ein bisschen Feuer in eine Diskussion auch reinzubringen und dann auch mal auch Manchmal finde ich, es auch gut sein, Leute zu verärgern, weil es dann auch dazu führt, dass was passiert. Eine Dynamik und ein Plenum in der Europakonferenz habe ich jetzt nicht als besonders dynamisch wahrgenommen. Aber es glaube ich, auch was sehr Persönliches. Ich kann schon nachvollziehen, dass viele sehr begeistert sind davon, wie eine Europakonferenz arbeitet. Aber das ist für mich noch ein Lernfeld, mich daran zu gewöhnen, dass das ein bisschen anders arbeitet.
Chrissy: Das hast du sehr schön gesagt, dass der Unterschied zwischen dem, was ihr aus den BVs kennt und aus der Europakonferenz groß ist. Das ist, ich, auch so. Da können wir aber auch drauf stolz sein, finde ich, dass wir eine sehr lebendige, demokratische Verbandskultur und auf allen Bundesversammlungen, die ich in Deutschland besucht habe, oder Landesversammlungen oder die Azizan-Versammlungen, das war immer ähnlich. Und das ist aber auch was Gelerntes. Menschen werden nicht geboren mit der Fähigkeit, auch mal bisschen Zunder in eine Diskussion zu geben, sondern das ist was, was wir durch unsere Art von Pfad finden, schon auch unterstützen und befeuern und das aktiv so möchten. Und ich glaube, das tut auch einer Europa- oder Weltebene von Worsam immer gut, da herausgefordert zu werden, in dem Wissen, dass diese Prozesse einfach sehr viel länger sind. Die ganzen Diskussionen, die viel Feuer haben, die passieren in der Regel vor solchen Veranstaltungen, die passieren auch auf den kleineren Gruppen. Dann kann ich schon auch bestätigen, gibt es keine Samthandschuhe.
Max: Aber sag mal, wenn ich mir das jetzt so vorstelle, also Bufo bin ich ja schon überrascht davon, welche Ecken von Deutschland ich so kennenlernen darf und welche Orte ich bereisen darf, die ich vorher nie auf dem Schirm gehabt hätte und wo ich manchmal auch gar nicht weiß, wo liegt das jetzt eigentlich, wenn man es hört. Wenn ich jetzt höre Weltkomitee, wie kann man sich das denn vorstellen? Bist du quasi 24-7 irgendwo zwischen Asien, Amerika und Afrika unterwegs oder wie schaut dein Alltag da aus?
Chrissy: Gott sei Dank für meinen CO2-Fußabdruck habe ich noch eine Erwerbsarbeit, der ich Vollzeit nachgehe. Das ist also mein Ehrenamt und meine Freizeit, wie bei vielen fadförderischen Aktivitäten, die das Ganze tragen. Ich bin als ehrenamtliche Vorständin ganz viel digital unterwegs. Wie auch ihr versuche ich, möglichst vielen mit Leuten ins Gespräch zu kommen und zu überlegen, wo macht es am meisten Sinn, auch mal hinzureisen. Wir haben zwei Präsenzvorstandssitzungen im Jahr. Die finden auch rotierend über die Welt statt, damit wir auch verschiedene Realitäten der Regionen kennenlernen und darüber hinaus noch einzelne Veranstaltungen, je nach Portfolio. Ich bin zum Beispiel für unsere Stiftung zuständig. Das heißt, neben den zwei Vorstandssitzungen habe ich noch zwei Vorstandssitzungen zusätzlich für den Vorstand dieser Stiftung. Und das summiert sich dann mit der Zeit. Also eine gute Mischung aus Reisen und digitalem Engagement.
Max: Aber ein Ort, du doch mit Sicherheit warst, nochmal ein bisschen in die Historie der Weltbewegung zurückzuschauen, das war doch mit Sicherheit die Weltkonferenz, die war, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, 2024 zum letzten Mal in Kairo. Du rickst, du scheinst dabei gewesen zu sein und magst uns davon mal bisschen was erzählen. Was wird denn da so beschlossen? Worüber wird da diskutiert und debattiert und wie viele Menschen kommen da eigentlich so zusammen?
Chrissy: Eine Weltkonferenz ist eigentlich nichts anderes als eine Stammesvollversammlung oder eine Bundesversammlung. Die Themen sind von der Kategorie her eigentlich immer gleich. Die Frage stellt man sich, was machen wir eigentlich als nächstes und haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, seit dem letzten Mal eigentlich gut gemacht? Und genau die beiden Fragen beantwortet man eben dann auf der Ebene einer Weltkonferenz, dass man sich überlegt, in den letzten drei Jahren war ein Vorstand für uns tätig mit einer ganz langen Aufgabenliste, einem sogenannten strategischen Plan. Was davon ist umgesetzt worden? Wo haben wir gemeinsam gut gearbeitet? Wo gibt es vielleicht auch neue Herausforderungen oder Entwicklungen? Und was wollen wir eigentlich als nächstes machen? Seit ungefähr 15 Jahren plant Wasm nicht mehr nur die nächsten drei Jahre, weil wir festgestellt haben, als Zeithorizont, bis man da mal was angestoßen hat und dann die Energie und die Idee bis an die Ortsgruppe herangetragen hat, das ist kurz. Deswegen haben wir in Kairo einen neuen Jahresplan verabschiedet, also dreimal drei, und uns überlegt, wo wollen wir denn eigentlich 2033 mit Pfadfinden als Weltbewegung sein? Was für eine Art von Pfadfnertum weltweit wollen wir eigentlich unterstützen? Und die vier großen Themen, die rauskamen, die alle Pfadi-Organisationen auf der ganzen Welt gemeinsam haben, ist, dass sie mehr junge Menschen erreichen wollen, also dieses Angebot breiter zu machen. die Beteiligung junger Menschen zu stärken in allen Entscheidungsgremien, Strukturen, Ebenen, von der Stammesebene bis wohin man möchte, Vielfalt zu fördern, also Diversität in allen Komponenten nach vorne zu bringen. Und das bedeutet auch in jedem Landeskontext was anderes. Aber bei dem Ziel der Vielfalt fördern sind wir uns einig. Und das war die letzte Priorität, den gesellschaftlichen Beitrag von Pfadfinden sichtbarer zu machen. Darauf haben wir uns verständigt. Da wir gesagt, da möchten wir auch unsere Ressourcen, unsere Zeit und unsere Ideen reinstecken und jedem Verband helfen, das in seiner Realität umzusetzen.
Max: Klingt ein bisschen sehwe nach unserer Strategie von der Bundesversammlung, Nicht eins zu eins, aber also, ein bisschen hat es gerade in den Ohren geklingelt.
Sebi: Ja, natürlich hat es geklingelt da bei dir zu Recht, weil unsere Strategie natürlich ein Ergebnis aus einem Prozess ist, der damals damit angefangen hat, dass wir einen der vielen Vossm-Services wahrgenommen haben. nicht nur das, was Chrissy gerade schon alles beschrieben hat, bietet ja Vossm, sondern Vossm versteht sich, so würde ich es jetzt interpretieren, auch als ein ganz großer Expert-Innenpool, wo ganz viele Volunteers mit auch durchaus ihrer Fachexpertise, also wo sie sagen, ich mache da was beruflich, ich kann das aber gerne auch ehrenamtlich irgendwie reinbringen, ohne dass man mir jetzt selber dafür irgendwie Geld bezahlen muss. Und Coache bieten irgendwie nochmal einen Workshop oder ähnliches für Verbände auf der ganzen Welt zu diesem Thema an. Und wir haben dann so ein Assessment nennt sich das. durchgeführt, was eben auf uns als vor allem Unternehmen oder Organisationen guckt. Also es kommt so aus der Organisationsentwicklung und hat dann eben halt nochmal bewertet, wie wir nach WOSM-Standards eben bestimmte Kriterien erfüllen. Also wie sind wir finanziell gut aufgestellt? Wie sieht es mit der Mitgliederentwicklung aus? Wie ist unser pädagogisches Programm vertieft? Erreichen wir all unsere LeiterInnen? findet internationale Begegnung statt und und und und ein Punkt war eben auch wie sehr arbeiten wir auch strategisch also ne was arbeitet selber sehr strategisch und setzt das auch so ein bisschen als Standard für seine Mitgliedsverbände und da haben wir halt festgestellt die dpsg ist jetzt nicht ganz der strategisch arbeitende Verband und das haben damals Joschka und ich als Anlass genommen und so sollen wir genauer mit der Bundesleitung und Co anzugucken und Vor vielen Jahren ist dadurch sozusagen der Impuls entstanden. Hallo, die DPSG sollte sich vielleicht mal eine Strategie entwickeln. Ja, und seit ein Wochen haben wir jetzt eine. Wossm. Ja, danke.
Chrissy: Herzlichen Glückwunsch!
Max: Aber Christi, sag mal, wie ist denn das? Also ich hab jetzt gerade noch mal gehört, ihr seid vor allem mit den Verbänden unterwegs oder so, aber jetzt stelle ich mir vor, ich bin Leitender irgendwo auf Stammesebene. Wie kann ich denn Kontakt zu WOSM kriegen, wenn ich mal Unterstützung brauche? Habt ihr da auch irgendwelche Angebote oder würdest du sagen, nee, nee, das ist eine Ebene zu groß, dann geh mal lieber an dein Bezirk, an deinen Dürzelsanverband oder an den Bundesverband? Habt ihr irgendwelche Angebote direkt für die Gruppierungen vor Ort auch?
Chrissy: Das klang so negativ, wenn du das sagst, aber eigentlich ist das genauso, wie es gedacht ist. Also das Subsidiaritätsprinzip sagt ja, dass alle Angebote und Unterstützungsvorschläge immer auf der Ebene gelöst werden sollen, wo sie am besten gelöst werden. Und ich sag jetzt mal einfach, wie es gemeint ist, es geht nie darum, dass man irgendwo einen großen Wasserkopf jetzt zusammen vergremialt, sondern ... dass irgendwo gemeinsame Ideen entwickelt werden, die dann über die Verbände bis über die Diözeseanebene in die Ortsgruppen kommen, der Art und Weise, wie sie für den Kontext angemessen sind. Das heißt, die Unterstützungsmaßnahmen, zum Beispiel der Wasm Service, den Sebi angesprochen hat, das sind in der Regel Angebote, die sich an eine Bundesebene wenden. Weil das sind die größten Gemeinsamkeiten, ein Weltverband oder eine Europaregion. wird am meisten beitragen können, wie sich eine Bundesebene aufstellt. Die Bundesebene weiß am besten, die Untergliederungen, was die für Probleme haben, was die brauchen, wie vielleicht Dinge zu übersetzen sind. Es gibt Angebote aus dem Weltverband, die direkt an die Mitglieder gehen. Unter anderem Veranstaltungen. Das größte Event, was wir einmal im Jahr machen, ist das Jamboree on the Air, Jamboree on the Internet, das Jota Joti. in Deutschland sehr regional unterschiedlich aufgenommen. Aber da kommen ja mehrere Millionen, letztes Mal waren es vier Millionen Fadis jedes Jahr zusammen für eine internationale Begegnung. Daneben gibt es World Scout Jamborees, gibt Moons, gibt internationale Veranstaltungen, auf die man gehen kann. Und für diejenigen, sagen, Mensch, ich möchte mich jetzt aber in der Struktur engagieren. Es geht mir gar nicht nur ums fadfinden international, andere kennenzulernen, sondern ich finde diese Struktur interessant. gibt es auf jeder Ebene, also Europa und der Welt, einen Volunteerpool. Das sind Menschen, die sagen, ich habe jetzt irgendwie eine besondere Fähigkeit oder ein besonderes Wissen. Ich möchte gerne helfen, eine von den Herausforderungen, die wir uns gemeinschaftlich als Ebene vorgenommen haben, lösen, da möchte ich gerne mitarbeiten. Und das ist für alle offen, die da Lust drauf haben und Bock, bisschen Zeit zu investieren.
Max: Du hast ja gerade das Jamboree angesprochen. Ich glaube, das ist für viele Menschen in unseren Verbänden ja so eines der großen Ziele, wo ganz ganz viele unbedingt mal dabei gewesen sein wollen. Ich selber war tatsächlich noch auf Keim, aber wie ist das bei euch beiden? Also, Chrissi, bei dir braucht man nicht fragen. Du kannst wahrscheinlich gar nicht mehr zählen, auf wie vielen du warst. Bei Sebi weiß ich es, glaube ich, Aber wo wart ihr bis jetzt überall so und gab es da irgendwelche Highlights?
Chrissy: Es ist bei mir auch noch überschaubar. Also mein erstes internationales Großevent war das World's Jamboree 2007. Da hatte ich sehr viel Glück, weil das war für 100 Jahre Pfadfinden im Vereinigten Königreich. Also eben im Rückblick total das für einen besonderen Moment, das miterleben zu dürfen. Und seitdem war ich 2019 auf dem Jamboree in Nordamerika ausgerichtet in den USA und 2023 auf dem sehr besonderen Jamboree in Südkorea.
Max: Da darfst jetzt aber unsere Zuhörer noch mal kurz reinnehmen. Was hat es denn so sehr besonders gemacht?
Chrissy: Sebi hat es ja schon kurz vorher angesprochen. Das ist ein Jamboree, was mit Verlaub organisatorisch ein bisschen in die Hose gegangen ist. Es gab diverse Herausforderungen, angefangen davon, dass der Veranstalter nicht fertig geworden ist mit seinen Vorbereitungen bis zur Tatsache, dass ein Typhoon über den Lagerplatz gefegt ist. Gab es, glaube ich, nichts, was dieses Jamboree nicht mitgenommen hätte. Und das war wirklich sowohl von der planerischen Seite als auch von der Erfahrung, die da gemacht wurde, ganz besonders, im Sinne von besonders anstrengend. Also ich ziehe meinen Hut vor jeder Kontingenzleitung, die es geschafft hat, hier einen Kontingent sicher durchzubekommen, vor jedem IST, die alle wirklich ihr Möglichstes gegeben haben, aus einer chaotischen Situation noch was rauszubekommen und auch vor den Teilnehmenden, die mir im Nachgang von ganz vielen Ecken erzählen, dass sie eine gute Zeit hatten. Dass es nicht gewahr, wie sie sich das vorgestellt hatten, aber dass sie trotzdem was mitgenommen haben, was für sie wertvoll ist. Das war das besondere Jamboree.
Max: Ich bin dir da auf jeden Fall super dankbar. Wir sind ja wahrscheinlich nächstes Jahr mit dem Bundesverband zum Weltjugendtag in Seoul unterwegs. Dann können wir von euren Learnings von damals schon profitieren. Das ist Gold wert. Wie ist denn bei dir mit den Jamborees?
Sebi: Ja, wie ja schon erwähnt, genau dieses Jumboree in Korea 2023, das war mein erstes Jumboree. Es soll nicht mein letztes gewesen sein. Jetzt nächstes Jahr in Polen bin ich noch mal einer ganz anderen Rolle dabei. Ring-Vorstand habe ich gesagt, ich unterstütze das Head of Contingent vor Ort. Was das alles ist, müsst ihr auch jetzt, glaube ich, gerade in diesem Podcast nicht hören. und wissen, letztes Mal, da war ich eben Unit-Leiter. Also ich würde sagen, genau das, was Chrissy gerade beschrieben hat, die Teilnehmenden eigentlich total positiv irgendwie und happy mit diesem Jamboree trotzdem waren, lag, glaube ich, vor allem, ohne mich jetzt selbst beweihräuchern zu wollen. Aber ich glaube, es liegt nicht nur an ISTland und Kontingenzleitung. sondern ich glaube, es liegt vor allem an ganz vielen Unitleitern, die irgendwie versucht haben, all diese Dramatik, und ich würde schon sagen, dass es an einer oder anderen Stelle auch Dramatik gab, geschafft hat, das irgendwie von den Jugendlichen auch ein bisschen wegzuhalten und gar nicht so unbedingt in jede Richtung Transparenz zuzulassen und eher zu schauen, wie wir in der Unitleitung irgendwie mit all diesen Problemen auch umgehen. Ja, also ich würde schon auch sagen, Es war super besonders. finde es super schade für mich und ganz viele andere Unitleiter, dass wir so ein Erlebnis hatten. Ich bin bis heute nicht davon abgekommen zu sagen, dass ich super enttäuscht war von diesem Jumbree. Und ich würde mir super wünschen für ganz viele, da nochmal, und auch für mich, da nochmal auch positive Erinnerungen an ein nächstes Jumbree möglich sind, weil ich schon auch glaube, dass das nicht der Standard ist. eigentlich sein sollte, wie dieses Jamboree war. sind halt super viele Sachen aufeinander gekommen und ich bin überzeugt davon, dass es in Polen wieder ganz anders und besser sein wird. Und gleichzeitig, du hast es gerade auch so schön gesagt, du warst noch nie auf einem Jamboree und es wird irgendwie so als diese Veranstaltung auch durchaus beworben. Jeder Padi muss irgendwie einmal auf so einem Jamboree gewesen sein. Ich würde wirklich sagen, ihr müsst nicht auf einem Gymbrey gewesen sein. Vor allem, wenn ihr mit großen Menschenmassen, mit voll getakteten Tagen nicht so klarkommt und lieber das Stammeslager mögt, wo ihr so bisschen bei eurem Zielen und so nachgehen könnt und selber entscheiden könnt, ob ihr jetzt Programm macht oder nicht, dann seid ihr, glaube ich, gar nicht so sehr falsch, wenn ihr lieber aufs Stammeslager geht, wo ihr eine internationale Begegnung plant. Das kann ja auch eine Möglichkeit sein. ja, ich würde mir manchmal wünschen, der Weltverband würde das Jamboree weniger als die eine und alles Veranstaltung bewerben.
Chrissy: Vielleicht ist dir aufgefallen, Sebi, habe ich ja angefangen mit dem Jota Joti genau aus dem Grund.
Sebi: hat sehr klug gemacht.
Chrissy: Also, glaube, man muss fair sein. Die Erwartungen an einen World Scout Jamboree sind einfach enorm groß, weil das für viele Leute auch in dem Alter 14 bis 17 die erste wirklich große internationale Erfahrung ist. Und Menschen, die das erlebt haben und positiv erlebt haben, die kommen zurück und sagen, das hat mein Horizont geöffnet und das war ein prägendes Erlebnis für mich. Das ging mir auch so. Und das wird ein Jamboree auch immer sein können. Also ich glaube 2023 müssen wir aus einigen Gründen einfach ausklammern. Das ist ein Kontext gewesen, den wir so hoffentlich auch nie wieder haben werden. Aber das Jamboree an sich, das bringt schon diese gewisse Magie einfach mit. Jetzt ist die Magie eines Jamborees aber nicht nur auf einem Jamboree zu finden. Und deswegen bin ich ganz doll bei dir, dass internationale Veranstaltungen in jeder Art und Weise von einer Sommerfahrt in ein anderes Land angefangen. wo man vielleicht jetzt nicht 24-7 mit einem anderen Stamm zusammen ist, aber trotzdem eine andere Kultur erlebt. Bis über Finchsen in Western Nohe, wo internationale Fadis kommen und sagen, wir möchten irgendwie unser Pfadfinden mit euch teilen. Gibt es so viele Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln. Und das ist die Magie. Die müssen wir, glaube ich, finden und nach vorne bringen. Auch aus dem Gedanken heraus, dass sowas zugänglich sein muss. Jetzt ist es so, dass Jamborees einfach eine natürliche Teilnahmegrenze von ungefähr 50.000 Leuten haben. Bei 60 Millionen Pfadis in der ganzen Welt, können wir ja rechnen, das ist rechnerisch einfach nicht möglich, dass jeder in seinem Leben in dieser Altersspanne einen Jamboree besucht. Ganz abgesehen davon, dass es einfach finanziell nicht möglich ist. Und ich glaube, zu investieren in andere Arten von internationaler Begegnung, da haben wir den viel größeren Nutzwert, auch als Verband, auch als Weltverband. Und das haben wir schon deutlich angefangen. wie wir uns sortieren, indem wir andere Sachen unterstützen. Das ist aus meiner Sicht, wo die Zukunft hingeht, sicherzustellen, dass jeder Pfadi einmal im Jahr irgendeine Art von internationaler Erfahrung haben kann.
Sebi: Komm Max, ich mach jetzt ja mal. Ich hab nämlich eine Frage, die ich gerne einfach weitergeben wollen würde, weil ich jetzt schon verschiedenen Kontexten selber diese Frage gestellt bekommen habe und selber beantworten musste. würde und vielleicht ja auch ein paar HörerInnen ja auch selber interessieren. Was würdest du denn antworten, wenn ich dich jetzt frage?
Max: Na bitte, dann Ausgangswahlzeit.
Sebi: Preis verstehe ich alles, warum das auch teuer sein muss in Teilen. Sicherheit, Organisation, das hat halt alles seinen Preis, aber muss denn jedes Event, jeder Act, jedes bombastische noch so irgendwie mit eingekauft werden oder sind das nicht eigentlich Dinge, auch Vossm vielleicht das eine oder andere auch an Geld sparen könnte und sich ein bisschen mehr back to the roots orientiert als keine Ahnung. In Korea war ja auch super lange gemunkelt, ob nicht BTS noch kommt. In Schweden weiß ich, hat sich Bear Grylls irgendwie vom Hubschrauber ab sein lassen. Ja, es sind schon auch durchaus krass teure Acts. So wirkt das zumindest von außen. Und was würdest du denn da zu entgegnen?
Chrissy: BTS war ein Gerücht und Bear Grylls ist der globale Botschafter für Pfadfinden. Der macht das für Ome. Aber ich verstehe, dein Punkt herkommt. Also kann man das nicht bisschen mehr wie ein Stammeslager machen und damit vielleicht auch den Preis für eine Teilnahme senken. Und ich glaube, ist ein Quäntchen Wahrheit auf jeden Fall dran. Also wer mal auf einem Jamboree war, der beschreibt vor allem im Kontrast zu deutschen Veranstaltungen. dass sich das mehr wie ein Festival angefühlt hat. Und das ist, glaube ich, ab einer gewissen Größe auch fast unvermeidbar. Die Logistik gibt das dann einfach nicht mehr her, dass man Lagerlaternen hat. Was man aber im Programm, glaube ich, und das werden wir in Polen sehen, machen kann, ist so ein bisschen mehr auf die fadfinderische Grundidee, die näher auch an unserem Fadilverständnis angeht. Man muss auch sagen, hier gibt es einen kulturellen Faktor. Nicht für alle Leute ist ein Schnittskurs gleich aufregend. Und Das ist ein Teil von dem, was ein Jamboree auch besonders macht. Der Ort, wo das stattfindet und die Region, in das stattfindet, die drücken auch immer einen Stempel auf, wie man da Pfad finden versteht. Und ich glaube, soweit wage ich mir jetzt mal aus dem Fenster, dass die Jamborees sowohl in Polen 2027 als auch 2031 in Dänemark sehr nah an dem sind, wie wir in Deutschland Pfad finden verstehen. Da wird sehr viel auch einfach in dieser Methodik sein. Und das bekommen wir da auf jeden Fall anders. Auf deine Frage zurückzukommen, wie ist das mit dem Wenn man mal zurückrechnet und die globale Inflation daneben stellt, dann sind Jamborees eigentlich nicht besonders teuer geworden pro Tag. Also das ist viel Geld, gar keine Frage. Das ist auch was, was sich nur wenige Privilegierte mal leisten können. Und das ist schade. Daran will ich gar nicht rütteln. Wenn man sich jetzt aber rein mal die Kostenseite und die Betrieblichkeit anguckt, dann ist das über die vergangenen Jamborees und auch zum Beispiel Weltkonferenzen ist der Anstieg, wenn man Inflationsbereine guckt, der ist nicht riesig. Und da glaube ich, müssen wir eher mit einer Welt umgehen, in der vielleicht unsere Mitglieder die Schere zwischen Arm und Reich deutlicher spüren, in der Ehrenamt auch nicht mehr so möglich ist, weil ökonomische Zwänge von außen rum das Leben schon härter machen. Da gibt es viele, Ideen, wie man Veranstaltungen zugänglicher machen kann. Sowohl auf Bundesebene als auch in Europa und der Welt. Aber Fakt ist, dass wenn wir große Veranstaltungen haben wollen, wo Menschen zusammenkommen, dass wir einen nachhaltigen Weg finden müssen, wie wir trotzdem die stattfinden lassen können.
Max: Christi, du hast es gerade schon gesagt, das Jamboree ist nicht das einzige. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin gerade junge, leitende Person oder kurz davor leitende zu werden und habe richtig Bock, mal so eine Weltebene kennenzulernen. Und vielleicht habe ich dann gar nicht Bock, so diese typischen Ebenen abzuklappern und erst mich auf dem Bezirk, im Bezirk zu engagieren. Dann im Dürz-Sahen-Verband, dann auf Bundesebene und dann irgendwie weiter zu gucken. Sondern habe vielleicht einfach Bock, Welt-Ebene einfach mal ganz unverblügend kennenzulernen. Was kann ich denn da machen? Wo kann ich andocken? Möglichkeiten und Angebote habt ihr da.
Chrissy: Ich empfehle natürlich ganz warm das Young Delegates System aus Deutschland. Das ist auch eins der wirklich tollen Systeme, wie junge Menschen einfach mal ein bisschen Luft in diesem Bereich schnuppern können. Das hat Sebiya schon umrissen. Das zweite ist, sich in diesem Volunteerpool zu bewerben. Das kann man auch machen, wenn man keine Erfahrung auf Bundesebene hat oder in der Diözeseanebene. Man braucht ein kleines Häkchen, dass man Mitglied in der DPSG ist, aber ansonsten ist es ein Poolprozess, in dem man dann einfach aufgrund seiner Fähigkeiten mitarbeiten kann oder eben auch nicht. Und das sind zwei Elemente, glaube ich, in denen man echt cool niederschwellig mal gucken kann, gefällt mir das oder ist das vielleicht gar nichts für mich.
Max: bin ziemlich sicher, dem Hören dieses Podcasts werden sich da bei euch eine ganze Menge an Menschen melden, die auf jeden Fall Bock haben da einzusteigen.
Sebi: Ich würde auch nochmal für den RDP Werbung machen wollen. Ja, ist es schon sehr gut, wenn ihr Englisch Sprachkenntnisse mitbringt für so ein Amt. Klar, lasst das aber euch nicht zu sehr zurückdrängen. ich war auf dieser Europakonferenz und hab mich total unsicher bis zum Schluss mit meinem Englisch gefühlt, weil einfach mein Arbeitsalltag daraus besteht, die ganze Zeit Deutsch zu sprechen. Das heißt, mein Schulenglisch rostet krass ein. Und das darf auch für Jang Delegates, finde ich, möglich sein. Das heißt, lasst euch davon nicht abschrecken. Ihr müsst nicht die hochpolitisierten Menschen sein, sondern auch das darf ein Lernfeld sein, was ihr einfach mitbringt. glaube, vor allem ist wichtig, Bock zu haben und sich nicht davor zu scheuen, vielleicht auch schon mal vor Menschen zu sprechen. Das ist, ich, schon auch ganz gut. Aber das muss nicht zwingend mit dem allerbesten Englisch sein. Ganz viele andere Menschen, auch die sich Bundesvorsitzende oder wie auch immer nennen, sprechen jetzt auch nicht das allerbeste Englisch.
Max: Wir dürfen, glaube ich, dieser Stelle einmal noch mal auf die Zielgerade unseres Podcasts, unserer Folge von heute einbiegen. Und ich muss an dieser Stelle sagen, ich bin wirklich total begeistert davon, weil der Funke von dir, Chrissy, bei mir total übergesprungen ist, noch mal zu sehen, wie großartig es ist, dass es uns als Partnerinnenbewegung gelingt, diese unterschiedlichen kulturellen Ideen und Traditionen auszuhalten und als Bereicherung zu sehen. Und ich glaube, dass wir da auch ein bisschen stolz auf uns als Pfad von der Innenbewegung sein dürfen, dass uns das gelingt, in aller Unterschiedlichkeit zu wissen, dass uns was verbindet. Das finde ich ganz großartig. Etwas, was uns, glaube ich, auch überall auf der Welt verbindet, es sei denn es ist gerade so wie hier knapp 40 Grad, ist der Wunsch nach einem Lagerfeuer. Und das lässt mich zur letzten Rubrik unserer Podcast-Folge kommen, nämlich dem letzten Funken. Heute würde ich euch einladen, dass ihr einmal kurz erzählt, wenn ihr auf die nächsten Wochen und Monate schaut, was gibt es auf der Bundesebene, Chris Hieber dir, was gibt es auf der Weltebene für eine Aktion, eine Veranstaltung, auf die du dich ganz besonders freust? Wer mag, beginnt und darf aussuchen, wer weitermacht.
Chrissy: Komm, Sebi, da seh ich doch, zuckst.
Sebi: Nee, nee, nee, mach du mal. Ich muss tatsächlich gerade überlegen. Das ist so eine schwierige Frage, ist so viel was passiert.
Max: Mein Gott, jetzt will wieder keiner. Das ist doch ganz leicht.
Chrissy: Also, worauf ich mich wahnsinnig freue, ist mein Heimatverband hat dieses Jahr Bundeslager. Es ist ein Jubiläumsbundeslager und ich freue mich wirklich, wirklich sehr, dass ich da zumindest für einen Teil dabei sein kann und auf dem internationalen Empfang die vielen hunderte internationale Gäste mit begrüßen darf, weil das auch was ist, was über die letzten Jahre viel, viel gewachsen ist und ich bin einfach Ich bin sehr berührt zu sehen, wie das jetzt in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass internationale Gäste einfach Teil von solchen Veranstaltungen sind. Auf der Vorstandsebene ist es nicht ganz so aufregend wie Sommerlager. Da geht es vor allem gerade die Überarbeitung unseres Mitgliedsbeitragssystems. Trocken, wichtig, was uns beschäftigt und die Neuausrichtung unserer Finanzen. Wie machen wir in Zukunft Fundraising? Wie funktioniert unsere Stiftung in Zukunft? alles Sachen, total wichtig sind, über die ich mich freue, auf die ich mich freue, die mich aber mit Sicherheit nicht nachts wachhalten werden, wenn ich am Lagerfeuer in Immenhausen bin.
Sebi: Bratas, so haben wir es schon hier gut vorgelegt, Chrissi. Ich bin seit doch einigen Jahren nicht mehr im Stamm aktiv. Das heißt, bei mir wartet gar nicht so das klassische Stammessommerlager jetzt im Sommer, sondern es wartet tatsächlich auch Arbeit auf mich. Aber schöne Arbeit. Ich darf nämlich zusammen mit Anka diesen Sommer das Assistent Leader Trainer Training Genau, das glaube ich, was super cool ist und Boah, ich mache jetzt trotzdem Werbung dafür, weil wir einfach Ausschreibungen dafür haben und ich mega gespannt bin, wie wir heute so viel von Jamboree gesprochen haben. 2029, das wird mein großer und heißer Sommer, weil wir da das Bundessommerlager 2029 in Goethe haben werden und wir planen ja für die DPSG mit 25.000 bis 40.000 Teilnehmenden, also schon so groß wie in Jamboree. Und dafür haben wir gerade Ausschreibungen für Unterteams draußen. Schaut da doch gerne auch noch mal auf unsere Homepage und überlegt euch, ob da nicht eine Rolle dabei ist, auf die ihr Bock habt. Mich würde es mega freuen, den einen oder die andere von euch da zu sehen.
Max: Ich freue mich tatsächlich ganz besonders auf das Wochenende vom 9. Oktober. Da haben wir nämlich einen, glaube ich, spannenden und wichtigen Fachtag mit einem nicht ganz so leichten Thema in Magdeburg. Da wird es um geistlichen und spirituellen Machtmissbrauch gehen. Wir haben da eine tolle Ortsschwester, die uns an diesem Wochenende ein bisschen begleiten wird in der Reflektion, was das eigentlich genau ist und wie wir als Verband da noch wachsen können, um ein sicherer Raum zu sein. Da freue ich mich dieses Jahr sehr drauf und weil wir Bereich Internationales sind und wenn der SEBI schon für 29 Werbung macht, dann lasse ich es mir auch nicht nehmen, 28 Werbung zu machen. Denn ihr habt jetzt noch die Möglichkeit, euch für den Weltjugendtag 2027 in Seoul anzumelden. Wir werden da als DPSG Bundesverband mit einer Delikation hinfahren und die Anmeldung ist noch bis Ende Juli offen. Also insofern ran an die Bulletten und Machen wir uns gemeinsam auf nach Südkorea. Internationales, ein großer Bereich. Der Weltverband ist eine riesengroße Organisation und mit wahrscheinlich so vielen Informationen und Anekdoten bestimmt, dass wir noch stundenlang weiter reden könnten. Aber wir haben die Stunde gleich schon fast geknackt. Deshalb noch ein ganz kurzes Statement gerne von jedem von uns. Eine Sache, die ihr aus dieser Folge mitnehmen, die euch vielleicht überrascht hat.
Sebi: Ich glaube, ich nehme wieder mit, dass ganz viele positive Erinnerungen wieder mir hervorgekommen sind, im Gespräch mit dir, Chrissie, einfach. So im Arbeitsalltag vergesse auch ich immer wieder mal, dass wir einfach so eine geile Weltbewegung sind und dass wir international so super vernetzt sind. Und das bringt bei mir super viel Vorfreude auf natürlich nächstes Jahr in Polen, aber auch Die Weltkonferenz, wo ich vielleicht nächstes Jahr auch dabei sein darf, mal schauen. vor allem bin ich immer wieder, nicht nur heute, sondern immer wieder davon überrascht, wie leicht es ist, sich miteinander zu vernetzen. Und wie egal es am Ende ist, aus welchem Bildungsbereich man kommt, wie viel Bildung man mitbringt oder auch nicht, Alter, Geschlecht, spielt. Bestenfalls nie eine Rolle und das finde ich einfach total wunderbar und schön, dass das irgendwie so wie wir es hier in Deutschland erleben doch international ganz oft auch so ist. Und ja, Pfad finde ich einfach was Großartiges.
Chrissy: Jetzt muss ich doch, weil sie so schön vorgelegt hat, noch eine Anekdote erzählen, wie leicht es ist, sich beim Pfadfinden zu verbinden. Mein Vorstandskollege, auch ehrenamtlich im Bosnium-Vorstand, ist aus Khorassau. Und für diejenigen, gerade im WM-Fieber sind, die wissen, dass Khorassau zum ersten Mal sich qualifiziert hat für eine WM. Und diese ganze Insel war einfach im Ausnahmezustand. Und wir haben dann beide zusammen über WhatsApp dieses Spiel geguckt und haben uns so füreinander gefreut, aus unterschiedlichen Gründen. und dann festgestellt, dass wir einfach diese Erfahrung so miteinander teilen können, wie das wahrscheinlich wenig andere Menschen in dieser Konstellation gerade machen. Und das war für mich das lebendig gewordene Pfadfinden dazu. Das nehme ich mit, wie immer ein Reminder, wie toll unsere Debattenkultur im deutschen Pfadfinden ist und wie wertvoll und wie wichtig und dass es ganz oft gut tut, diese Energie auch nochmal woanders zu injizieren.
Max: Ich nehme auf jeden Fall ultra viel Motivation mit und bin heiß wie Frittenfett, nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen, sondern auch motiviert auf eine erste Begegnung auf Weltebene. Da freue ich mich total drauf und nehme vor allem noch mal wirklich diesen großartigen Gedanken mit, was für eine tolle Verantwortung und Möglichkeit wir als weltweite Bewegung auch haben, diese Welt zu gestalten und einen besseren Ort zu machen. Und das finde ich sehr ermutigend. Danke für diesen Austausch heute. Ich hoffe, ihr könnt jetzt gleich euch noch ein bisschen auch in den Schatten legen und den Abend gemütlich ausklingen lassen, so wie man es ja auch im Sommerlager häufig tut. Und darum geht es nämlich in der nächsten Folge von Knoten im Ohr. So wird dein Sommerlager unvergesslich. Wir nehmen dich mit auf eine Reise in das perfekte Sommerlager mit ein paar Methoden, Ideen mit Austauschen darüber, was auf keinen Fall im Sommerlager fehlen darf. Verpasst diese Folge auf gar keinen Fall, sondern sei auch dann wieder mit dabei, wenn es heißt. Noten im Ohr Folge 9. Wenn du diese Folge nicht verpassen willst, dann folg uns gerne und wenn du auch davon überzeugt bist, dass dieses Format ein ziemlich spannendes ist, das noch mehr Menschen mitbekommen sollten, dann teile diese Folge doch gerne in all den Netzwerken, die du hast und dann sehen und hören wir uns in drei Wochen wieder. Bis dahin, kommt gut durch die Wärme und auf bald!
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